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Wissenswertes - Nitrat im Trinkwasser

Nitrat ist nur einer von vielen bedenklichen Stoffen, die im Trinkwasser vorkommen können. Einen besonderen Stellenwert hat Nitrat jedoch schon deshalb, da es in der Trinkwasserverordnung bei den regelmäßigen Kontrollen gemessen werden muss und die Belastung bereits im Prüfbericht des Wasserwerks aufscheint.

Nitrat wird dadurch zu einem Indikator für Verunreinigungen im Trinkwasser durch intensive "Dünge"-Landwirtschaft.

Eine gefährliche Blei oder Kupferbelastung des Trinkwassers kann zum Beispiel durch veraltete Rohre in der Zuleitung zum Haus entstehen (z.B. speziell in Wien aber auch an anderen Orten nach wie vor ein Problem). Im Prüfbericht des Wasserwerkes scheinen dann diese Werte als unbedenklich auf, auch wenn beim Konsument durch die veralteten Rohre unter Umständen speziell für Säuglinge, Kleinkinder und chronisch kranke Personen gesundheitsgefährdende Konzentrationen an Schwermetallen im Trinkwasser in der Wohnung ankommen. Ein unbedenklicher Wasserprüfbericht heißt also noch lange nicht, dass das Wasser frei von Giftstoffe ist.

Nitratwerte und andere Problemstoffe:

Nitratwerte können im Jahreswechsel oft schwanken, je nachdem wie und in welchen Mengen in der Landwirtschaft gedüngt wird und welche Wetterbedingungen vorherrschen.

Zu beachten ist, dass es auch viele andere bedenkliche Stoffe im Trinkwasser geben kann (Medikamentenrückstände, Hormone, Pestizide, Blei-Kupfer-Asbest aus veralteten Rohren, radioaktive Stoffe uvm.), die in unseren Stichproben nicht ausgewertet wurden. So gibt es eine Stellungnahme der BAK (Bundesarbeiterkammer) Feb. 2012 zur Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft: "Aufgrund der Tatsache, dass mit dem Einsatz von Klärschlamm ein Eintrag diverser Arzneimittelrückstände wie Antibiotika, synthetischer Nanopartikel oder auch hormonell wirkender Substanzen in den Nahrungsmittelkreislauf erfolgt, lehnt die BAK im Sinne des Vorsorgeprinzips jeglichen Einsatz von Klärschlamm als Düngemittel ab."

Klärschlamm wird jedoch nach wie vor verwendet, die Auswirkungen werden wir spätestens in 10 bis 15 Jahren im Trinkwasser zu spüren bekommen, denn solange kann es unter Umständen dauern, bis "Umweltsünden" im Grundwasser ankommen.

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Nitratwerte im Bezirk Güssing - 10 Stichproben August 2011

Laut Arbeiterkammer wird für die Zubereitung von Säuglingsfertignahrung empfohlen, den Wert von 10 mg/l nicht zu überschreiten.

Die Weltgesundheits-Organisation empfiehlt  für Erwachsene den Wert von 25 mg/ l nicht zu überschreiten.

Gemeinde und Entnahmestelle August 2011

Nitratwert mg/Liter

gesetzlicher Grenzwert in Österreich beträgt 50mg/Liter - in der Schweiz 25mg/Liter

Bildein Leitungswasser 20
Deutsch Kaltenbrunn (Untersberg) Leitungswasser 45
Deutsch Tschantschendorf Genossenschaftswasser 10
Güssing Leitungswasser 0,5
Güttenbach Leitungswasser 10
Kroatisch Ehrensdorf Leitungswasser 10
Ollersdorfer Heilquelle 25
Stegersbach Leitungswasser 10
Strem Leitungswasser 45
Urbersdorf Leitungswasser 90
Urbersdorf Brunnenwasser

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AK-Wassertests 2011 und 2012 ergaben deutlichen Anstieg der  Nitratbelastungen

12. April 2011 10:14

 

Die Konsumenteninformation der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hat in Brunnen-Wasserproben von 767 Haushalten aus dem oberösterreichischen Zentralraum teilweise gesundheitsgefährdende Grenzwertüberschreitungen beim Nitratgehalt festgestellt. Die Tests der "Wasseraktion" wurden gemeinsam mit Schülerinnen der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Perg Ende März durchgeführt, berichtete die AK in einer Presseaussendung am Dienstag.

Die in den AK-Bezirksstellen Steyr, Eferding und Perg abgegebenen Proben wurden auf den Nitratwert, den pH-Wert und die Wasserhärte untersucht. 53 Proben wiesen einen Nitratgehalt über dem gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) auf, neun sogar Werte jenseits von 100 mg/l. Diese stammten aus Hartkirchen (Bezirk Eferding), Perg, Eferding und Neuzeug (Bezirk Steyr-Land).

Neben einem natürlichen, geringen Nitratgehalt komme ein flächenhaft erhöhter Wert durch Überdüngung in der Landwirtschaft vor. Punktuelle Erhöhungen können sich teilweise auch durch Baugebrechen, undichte Jauche- sowie Senkgruben oder Kanäle ergeben, so die AK. Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, dieses verhindert den Sauerstofftransport im Blut. Für die Zubereitung von Säuglingsfertignahrung wird empfohlen, den Wert von zehn mg/l nicht zu überschreiten. In Oberösterreich versorgen sich etwa 27 Prozent der Bevölkerung über eigene Brunnen mit Trinkwasser, kennen aber das Nitrataufkommen in ihrem Wasser nicht, hieß es in der Aussendung. (APA)

 

Nach einem Jahr wurde wieder gemessen, trotz Schutzmaßnahmen steigen die Nitratwerte:

Bericht AK – 2012: Nitrate im Trinkwasser: Jeder zehnte Brunnen über dem gesetzlichen Grenzwert

Das Wasser in den Brunnen im Eferdinger Becken und Machland ist nach wie vor mit Nitraten belastet. Das hat der jüngste Wassertest der Arbeiterkammer ergeben.
Es wurden
669 Proben untersucht, davon lagen 70 über dem gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l).

13 Proben lagen um mehr als das Doppelte über dem Grenzwert.

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AK: Nitratbelastung im Grundwasser muss vermindert werden

Utl.: Novelle zur Grundwasser-Verordnung bloße Kosmetik - (Tricks der Behörden...)

Wien (AK) - Unser Grundwasser ist in manchen Gebieten Österreichs wegen der landwirtschaftlichen Dünger sehr stark mit Nitrat belastet, kritisiert die AK.  Derzeit gelten 40 Prozent!!! der Grundwasserfläche als nitratgefährdet. Dagegen muss etwas unternommen werden. Statt durch methodische Tricks nur die Zahl der als gefährdet eingestuften Grundwassergebiete zu vermindern, muss die Nitratbelastung vermindert werden, sagen die AK-Umweltexperten. Als bloße Kosmetik bezeichnet daher die AK die Novelle des Landwirtschaftsministeriums zur Grundwasserschwellenwert-Verordnung. Darin werden lediglich die Bestimmungen gelockert, wodurch die Grundwassersituation besser dargestellt wird, als sie ist: Weil nach neuer Rechenvorschrift nur deutlich weniger Gebiete als gefährdet aufscheinen, muss auch weniger getan werden.

So sollen künftig nur in gut einem Drittel jener Gebiete, die bisher als gefährdet eingestuft sind, überhaupt Maßnahmen erfolgen. Die Bevölkerung hat ein Recht auf sauberes Wasser. Daher soll die jetzige Einteilung der Sanierungsgebiete beibehalten bleiben. Außerdem soll die Landwirtschaft als Verursacher für den Grundwasserschutz ihren Beitrag leisten, fordert die AK.

1990 gab es im österreichischen Wasserrecht erstmals konkrete Regelungen, um das von landwirtschaftlichen Düngern großflächig belastete Grundwasser zu sanieren. Die kürzlich vom Landwirtschaftsministerium ausgesandte Novelle zur Grundwasserschwellenwert-Verordnung - die Begutachtungsfrist endet Mitte August - wird von den AK-Umweltexperten heftig kritisiert. Die derzeit noch geltende Verordnung legt fest, wann ein Grundwassergebiet als gefährdet gilt, und dass dann Sanierungsmaßnahmen veranlasst werden sollen. Der Novellen-Entwurf ist vor allem Kosmetik - tatsächlich werden die Bestimmungen gelockert und dadurch zeigt sich ein günstigeres Bild vom Grundwasserzustand, so die Kritik der AK:

Weniger Sanierungsgebiete

In Zukunft wird die Zahl der Gebiete, in denen Maßnahmen zur Verringerung der Nitratbelastung gesetzt werden sollen, stark eingeschränkt: Statt wie bisher Grundwassersanierungsgebiete soll es künftig lediglich Beobachtungs- und voraussichtliche Maßnahmengebiete geben. Nur in Maßnahmengebieten sollen - wie bisher in Grundwassersanierungsgebieten - konkrete Schritte zur Senkung des Nitrats gesetzt werden. In Beobachtungsgebieten sind höchstens Aufzeichnungen zu führen.

Weniger strenge Regeln

Ab wann Grundwasser Beobachtungs- oder Maßnahmengebiet wird, ist deutlich weniger streng geregelt als bisher. Nach den derzeitigen Bestimmungen werden rund 40 Prozent der von den Messungen erfassten Grundwassergebietsflächen in Österreich hinsichtlich Nitrat als potentielle Sanierungsgebiete eingestuft.

Auf Grund der neuen, gelockerten Kriterien werden nur mehr 30 Prozent der Flächen als Beobachtungsgebiete und von diesen nur mehr die Hälfte als Maßnahmengebiete eingestuft sein - ohne dass sich an der Grundwasserbelastung etwas geändert hätte. So fällt also ein Viertel der bisherigen potentiellen Sanierungsgebiete nicht einmal mehr unter die Bestimmungen für Beobachtungsgebiete.

 

Einige Beispiele:

derzeit  

Sanierungsgebiet

künftig

Beobachtungsgebiet

künftig

Maßnahmengebiet

Nördliches Tullnerfeld/NÖ ja nein nein
Horner Becken/NÖ ja nein nein
Stremtal/Bgld ja ja nein
Seewinkel/Bgld  ja ja nein
Südl. Wiener Becken ja ja ja
Grazer Feld/Stmk ja nein nein
Leibnitzer Feld ja ja nein
Altes Gurktal/Ktn ja nein nein
Unteres Gurktal/Ktn ja nein nein
Unteres Ennstal/OÖ ja nein nein
Nördliches Machland/OÖ ja ja nein

AK Wien Presse Doris Strecker

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Wo sind die Problemgebiete?

Bericht des Lebensmittelministeriums, Quelle: Erhebung der Wassergüte in Österreich - Jahresbericht 2006

(Anm. die Einteilung in Beobachtungs- und Maßnahmengebiete wurde von der Arbeiterkammer Wien im oben angeführten Artikel: "Nitratbelastung im Grundwasser muss vermieden werden" kritisiert)

Flächenhafte Nitratbelastungen finden sich vor allem in den intensiv genutzten Ackerbaugebieten im Osten Österreichs.

Ein wesentliches Ziel der Grundwassergüteanalyse ist die Erhebung der Nitratbelastung der Grundwassergebiete nach der Einstufung laut Grundwasser-Schwellenwertverordnung. Als Schwellenwert gilt ein NO3 Gehalt von 45mg/l. Eine Messstelle gilt als gefährdet, wenn das arithmetische Mittel der Messwerte den Schwellenwert überschreitet. Ein zusammenhängendes Grundwassergebiet gilt als Beobachtungsgebiet, wenn zwischen 30 und 50 % der Messstellen als gefährdet einzustufen sind. Bei 50 % oder mehr gefährdeten Messstellen wird die betreffende Region zum voraussichtlichen Maßnahmengebiet.

Die Schwerpunkte der flächenhaften Belastungen befinden sich hauptsächlich in den intensiv genutzten Ackerbauregionen im Südosten und Osten Österreichs. In den westlichen Bundesländern und alpinen Tal- und Beckenlandschaften ist die Nitratsituation in der Regel zufriedenstellend.

 

Tabelle: Nitratbelastung des Grundwassers (Beobachtungszeitraum 2003 - 2004): Beobachtungsgebiete und voraussichtliche Maßnahmengebiete in Österreich 

Beobachtungsgebiete     
Bundesland  Grundwassergebiete  Fächen [km²] 
Burgenland  Seewinkel  443 
  Strem-Tal  50 
Niederösterreich  Horner Becken  86 
  

Oberösterreich 

Göllersbach 

Traun-Ennsplatte 

39 

918 

     
Maßnahmengebiete     
Bundesland  Grundwassergebiete  Fächen [km²] 
Burgenland  Parndorfer Platte  254 
  Ikva-Tal-2  139 
  Wulka-Tal   454 
Niederösterreich  Marchfeld  869 
  Prellenkirchner Flur  56 
  Zaya-Tal  62 
Wien  Marchfeld  149 
  Südliches Wiener Becken  170 

Beobachtungsgebiet: 30 bis 50% gefährdete Messstellen

voraussichtliches Maßnahmengebiet: mehr als 50% gefährdete Messstellen,

Quelle: Erhebung der Wassergüte in Österreich - Jahresbericht 2006 

 

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, dann rufen Sie uns an, wir beraten Sie in all Ihren Wasser- und Gesundheitsfragen.

Hotline: 0043 (0)3323 / 34 112  oder  0043 (0)650/420 10 73

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